„Keep Power!!!“ oder „ihr seid alle schlecht“ – unter diesem Motto stand der Lehrgang mit dem italienischen Kumite-Nationaltrainer Takeshi Naito am letzten Novemberwochenende in Landshut. Gleich zu Beginn des Lehrganges wurde nach dem Sei-za eine Schweigeminute für den am 07.11. verstorbenen ITKF-Weltcheftrainers Hidetaka Nishiyama eingelegt. Sensei Naito betonte, dass Nishiyamas Lehre der Krafterzeugung aus dem Körperzentrum weitergeführt werden müsse. Diesem Thema widmete Naito einen Großteil des Lehrganges auf seine Art und Weise. Das Training am Samstagmorgen für alle Gürtelgrade wurde mit einer Kombination jenseits von 30 Techniken begonnen. Schwerpunkt der Kombination waren viel unmittelbar hintereinander folgende Abwehrtechniken, die selbst so manchen hohen Dangrad verzweifeln ließen. Sensei Naito betonte immer wieder, wie wichtig es ist, die Folgetechnik vom Zentrum zu starten, da für eine Ausholbewegung nur bei der ersten Abwehrtechnik einer Kombination Zeit ist. Die Mammutskombination begleitete uns während allen drei Trainingseinheiten des Lehrgangs.
Ein weiteres Thema war die Kata Heian Nidan, die auch in Bunkai (Anwendung) und Sono Bar (auf dem Platz) ausgeführt wurde. Auch die Kata „Taikyoku“, eine Mischform aus Taikyoku Shodan, Nidan und Sandan kam nicht zu kurz und wurde auch Bunkai mit verschiedenen Fußtechniken geübt. Hier verstand es Sensei Naito wie kein anderer, aus einer scheinbar einfachen Kata eine unglaublich komplizierte Bunkaiform zu zaubern. In der Oberstufe standen die Katas „Jion“ und „Nijushiho“ auf dem Programm. Leider war die Zeit viel zu kurz, so dass die Nijushiho nur kurz angerissen wurde. In dieser kurzen Zeit jedoch schaffte es Sensei Naito, uns ein Maximum an Wissen zu vermitteln.
Wer strenge japanische Instruktoren liebt, der war in diesem Jahr genau richtig. Vom zurückhaltenden, immer netten und freundlichen Naito, der gerne mal einen Witz erzählt war dieses Jahr nicht viel zu sehen. Sensei Naito, der von Buchautor und Japanexperten Schlatt direkt vom Japanischen ins Deutsche „Unplugged“ übersetzt wurde, verlangte vor allem von den Schwarzgurten maximalen Einsatz. Ein Danträger müsse sich von einem Farbgurt deutlich abheben, so Naito. Während des Lehrganges betonte er mehrmals, wie schlecht das Niveau der Oberstufe hierzulande sei. Wir sind zwar nicht ganz schlecht, aber auch nicht gut, war eines seiner Zitate. Trotzdem war ein Großteil der Trainierenden begeistert und fand auch am Sonntag wieder den Weg nach Landshut.
Vom Dojo Pfarrkirchen waren folgende Karatekas mit dabei:
Guido Kratzer, Bernhard Moosbauer, Roland Ruse, Oliver Ruf, Rolf Kühn, Herbert Reiprich, Simone Riediger und ich. Von der Jugend wurde der Lehrgang leider gänzlich ignoriert.
Am Samstag nach den Trainings fanden noch Gürtelprüfungen statt. Von den drei Danprüflingen zum 1., 2. und 3. DAN erreichten zwei mehr oder weniger mühsam ihr Ziel. Anschließend standen noch fünf Kyuprüfungen an. Während Prüfer Guido einem den Grüngurt zurecht verweigerte und bei drei zum Orangegurt alle Augen zudrückte, meisterte Simone Riediger die Anforderungen zum 5. Kyu souverän!
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!!
Von Roland Hager |
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